Eine Regattayacht für den Kofferraum - die Internationale Ein-Meter-Klasse IOM
Vor
ca. 15 Jahren hielt die Carbonfaser massiv Einzug in den RC-Yachtbau,
womit die Kostenentwicklung bei den Marbleheads und Ten Ratern ins
Uferlose auszuarten begann. Nur das Beste schien gerade gut genug zu
sein, und um auf Regatten noch zu bestehen, musste ( und muss man )
ganz schön tief in die Tasche greifen (können). RC Segeln hat aber
eigentlich mehr mit Enthusiasmus als mit der Suche nach einer möglichst
guten Geldanlage zu tun. Aus diesem Grund wurde die Internationale
Ein-Meter-Klasse ( IOM )geschaffen. Boote, mit denen man sich wieder
auf das Wesentliche konzentrieren kann: SEGELN!
Rumpfdesign und -konstruktion
Dabei
sind vor allem beim Rumpf sind einige Vorgaben einzuhalten, sowohl
direkte als auch indirekte. Zu ersteren zählen die Ausführung als
Monorumpf und die Abmessungen: Maximallänge 1000mm und maximaler
Tiefgang 60mm. Die indirekte Vorgabe besteht darin, daß das gesamte
Boot ein Mindestgewicht von 4kg haben und somit auch die entsprechende
Verdrängung aufweisen muß. Ab hier sind Phantasie und Einfallsreichtum
keine Grenzen gesetzt.
Was seit Schaffung der IOM dabei
herausgekommen ist, kann sich gegenüber anderen Bootsklassen und deren
Entwicklungsweg mehr als nur sehen lassen: Geschätzt gibt es zur Zeit
weltweit ca. 150 verschiedene Konstruktionen, und jedes Jahr kommen
ungefähr 20 neue dazu! Ein Ende dieser Entwicklung ist momentan nicht
in Sicht.
Dennoch kann im Gegensatz dazu von einer rapiden
Veralterung bereits existierender Boote kaum gesprochen werden. Die
Erhöhung des Geschwindigkeitspotentials geht nämlich nur sehr langsam
voran. Grund dafür sind jene 4kg Mindestgewicht, die jeder Konstrukteur
irgendwie in Volumen umsetzen muß.
Außerdem sollte jeder
Skipper, ob erfahren oder nicht, noch ein paar Sachen zu einer Regatta
mitbringen: Grundkenntnisse in den Wegerechtsregeln und vor allem
Ehrlichkeit, sowohl gegenüber den Konkurrenten als auch gegenüber sich
selbst! Für den Charakter einer guten Regatta ist vor allem letzteres
enorm ausschlaggebend. Das Segeln nach Regeln ist nicht einfach, aber
um dem Chaos zu entgehen kommt man daran einfach nicht vorbei. Also muß
man als Teilnehmer auch mal die Zähne zusammenbeißen und sich selbst
die Schuld an einem Vorfall eingestehen können - egal, wie groß der
eigene Ehrgeiz sein mag!
Einen Idealzustand wird man in dieser
Hinsicht sicher nie erreichen, aber die Ein-Meter-Segler geben
diesbezüglich ein sehr positives Beispiel ab. Es geht es wirklich
ausgesprochen ruhig und vor allem kameradschaftlich zu.
Protestsituationen werden allgemein von den Beteiligten anerkannt und
direkt auf dem Wasser geregelt. Ein Umstand, über den man vor allem als
Neueinsteiger nachdenken sollte.